Immer wieder werde ich von den Reisenden gefragt, ob sie Gastgeschenke mitbringen können und was sich eignet. Viele Reisende bleiben länger oder sind in Familien untergebracht oder haben sogar Beziehungen zu Familien, da ist ein Gastgeschenk doch sinnvoll und bringt Freude. Diesen Beitrag weiterlesen »

Visum Uganda: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bisher war eine Einreise nach Uganda ziemlich easy und unkompliziert: 50€ in bar bei der Einreise zahlen und schon gibt es einen Stempel in den Pass. Das ist nun nicht mehr so. Man muss jetzt vor Abreise sein Visum online beantragen.

Der Antrag ist komplett auf Englisch auszufüllen. Wer nicht so sicher darin ist, sollte sich jemanden zur Hilfe holen, der einen unterstützt. 

TIPP: Vor dem Ausfüllen folgende 3 Dokumente bereithalten:

  • Scan vom Reisepass
  • Passfoto
  • Scan von der Impfpass- Seite mit der Gelbfieberimpfung

(Die Erfahrung zeigt, dass die Dokumente oft zu groß sind, daher am besten vorher schon komprimieren, bspw. mithilfe von TinyPic.)

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Gehe auf die Seite https://visas.immigration.go.ug/
  2. Gehe auf „Start a new application“ (=Beginne einen neuen Antrag.)
  3. Step 1 of 4: für einen standardmäßigen Aufenthalt folgendes wählen:
    1. Visa or Permit Type: Visa
    2. Category: Uganda Ordinary/Tourist Visa
    3. Subcategory: Single Entry
  4. Klick „Next Step“
  5. Step 2 of 4: mit persönlichen Daten ausfüllen. Hier ein paar Ausfüllhilfen:
    1. Immigration status in country of residence: Citizen
    2. Passport Type: Ordinary Passport 
    3. Duration of stay requested = wichtig, denn hier geht es um die Länge des Aufenthaltes, dieser darf max. 90 Tage dauern (eine Verlängerung ist dann im Land möglich)
    4. die Fragen unten (Have you been denied a Visa before? etc.) alle mit „No“ beantworten
  6. Step 3 of 4: Hier braucht man folgende 3 Dokumente: Scan vom Pass, Impfpass (Gelbfieberseite) und Passfoto
  7. Step 4 of 4: Daten überprüfen und „Submit“ klicken
  8. Im nächsten Schritt das Visum online bezahlen (50 US-Dollar), am besten mit Kreditkarte
  9. Unbedingt die Application ID (eine Nummer) notieren!

….ein paar Tage abwarten… In der Regel geht es relativ schnell.

Wenn man Glück hat, bekommt man eine Email-Benachrichtigung über den Application-Status. Manchmal klappt das aber nicht. 

Dann kann man folgendermaßen sein Visum überprüfen:

  1. Gehe auf https://visas.immigration.go.ug/
  2. Gehe oben auf Applications (rechts neben Home) und gehe auf „Manage Application“
  3. dort die Application ID (lange Nummer, die es beim Beantragen gab) eintragen, Passnummer sowie Geburtsdatum
  4. Status wird angezeigt und das Dokument ist als PDF downloadbar
  5. ausdrucken

So steht einer stressfreien Einreise nichts mehr im Wege!

 

Ich möchte alle Reisenden bitten, sich nicht ohne kompletten Impfschutz ins Flugzeug zu setzen. In Uganda gibt es Erkrankungen, die es dank jahrzehntelanger konsequenter Impfkampagnen in der deutschen Bevölkerung nicht mehr gibt. Ich werde immer wieder gefragt, was ich empfehle.

Dazu kann ich nur raten, alles, was es bei uns standardmäßig gibt (Tetanus, Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, Polio, Diphtherie) zu impfen plus zusätzlich Hepatitis A und B, Gelbfieber sowie Tollwut.

Lasst euch dazu auch von einem Tropenmediziner oder erfahrenen Hausarzt beraten. Siehe dazu auch die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. 

Es geht nicht nur um das Risiko selbst zu erkranken. 

Wir dürfen nicht vergessen, was passiert, wenn wir vor Ort Schwangere und kleine Kinder beispielsweise mit Masern infizieren…wer trägt die Verantwortung für die schrecklichen Folgen, das lebenslange Leiden der Betroffenen und deren Familien? Woher kommt dann die Fürsorge, der Rollstuhl, die Medizin und und und?
In meinem Kindergarten und in meinem Haus möchte ich daher keine Gäste ohne Impfungen haben! Auch unsere Vereinskinder und deren Familien sollen geschützt werden.

Danke für euer Verständnis!

Der letzte Baum!
Das Land ist ziemlich abgerodet und die Menschen dringen für ihr Feuerholz immer tiefer in die letzten bestehenden Wälder – besser gesagt Waldüberreste – ein.
Um so mehr trifft es mein Herz, wenn einer der letzten hohen schattenspendenden Bäume gefällt wird und sofort in Bretter gesägt wird: um aus feuchtem Holz Möbel zu bauen, die niemals passend gemacht werden können.
Der Baum: Er wog seine Äste und Blätter im Wind, war schlank und hoch und gesund. Jeden Morgen und jeden Abend kamen Papageien um auf ihm zu pausieren und fröhliches Gezwitscher kam herübergeweht… wie eine Meditation.
In unserem kleinen Vorort von Jinja sind in den letzten 12 Jahren die Bäume verschwunden.

Jeden Morgen sehe ich die Stelle und er fehlt.

Die Menschen in Uganda haben oft nicht viel, aber sie geben gerne. Und herrliches Obst und Gemüse haben auch viele ärmere Menschen auf ihrem Grundstück.

Wenn mein Abreisetag gekommen ist, geben sich meine ugandischen Freunde den ganzen Tag bei mir die Klinke in die Hand und bringen körbeweise Mangos, Ananas und Avocados.

Natürlich haben sie keine Ahnung von Gepäckbeschränkungen im Flugzeug und von den Abfertigungsprozeduren. Wenn ich Glück habe, kommen einige schon am Nachmittag, so dass ich die Geschenke sorgfältig in meinen Koffern verstauen kann. Aber es kann auch sein, dass Freunde ca. ½ Stunde vor meiner nächtlichen Abfahrt mit 3 Kilo noch warmen, gerösteten Nüssen, 4 großen Beuteln dampfenden Sesambällchen und einigen Flaschen Erdnuss-Sauce auf meiner Veranda stehen.

Dann muss ich mich natürlich überschwänglich bedanken und einen Weg finden, einen Teil der Sachen unbemerkt zu meinem Koch Stevie in die Küche zu befördern.

Das Skurrilste, was ich gelegentlich einpacken muss, sind geröstete Heuschrecken! Allerdings nicht für mich, sondern für eine Freundin, die aus Uganda stammt und sich immer wahnsinnig auf diese seltene Delikatesse freut.

Kleiderspenden für Dritte Welt Länder sind zwar nicht ganz unumstritten, aber sie sind nun mal da und bieten auch vielen Menschen in Uganda die Möglichkeit durch Handel ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb, und weil es auch viele erstaunlich gute und modische Klamotten sind, die auf dem afrikanischen Kontinent ankommen, sollte sich jeder mal den Spaß machen, auf den Second Hand Markt zu gehen. Wie in der beliebten TV Sendung Shopping Queen sollte man aber unbedingt eine Shopping Begleitung mitnehmen, denn es gibt hier weder Umkleidekabinen noch Spiegel. Man zieht die Kleider also einfach über die zum Glück ja fast immer dünnen Klamotten, die man grade trägt. Die Shopping Begleitung kann dann schon Mal durch „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ eine Tendenz anzeigen und dann ein Smartphone Foto schießen, auf dem man sich selbst beurteilen kann. Und übrigens: Vorsicht beim Wühlen in den Kleiderbergen! Es kann schon mal sein, dass sich darin fast unsichtbar eine schlafende oder stillende Frau befindet, was dann zum Erschrecken auf beiden Seiten führt!

Mit 76.000 Einwohnern ist Jinga zwar Ugandas viertgrößte Stadt, aber insgesamt doch sehr beschaulich und die dreckigen Straßen, maroden Gehwege und den Geschäften, auf denen Geier sitzen und auf Fleischabfälle aus der Metzgerei warten doch sehr weit weg von dem Standard, den wir gewohnt sind. Umso erstaunlicher, dass es in Jinga ein lebhaftes – übrigens nicht-touristisches – Nachtleben gibt; mit Clubs am Nil, Live Musik und auch angesagten DJs. Und wie es sich nach einem „anständigen“ Clubabend gehört, muss natürlich auf dem Heimweg noch der Hunger gestillt werden. Und selbst das ist um 3:00 Uhr nachts noch in Jinga möglich. Da bekommt man zu der Zeit noch an einer kleinen Bretterbude Rolex, was man quasi als den ugandischen Burger oder Döner bezeichnen könnte.

Uganda ist ja in vieler Hinsicht „rückständig“. Selbst Menschen, die schon ein Häuschen haben, haben oft noch kein innenliegendes WC mit Spülung, Wäsche wird noch mit der Hand in großen Kübeln gewaschen und auch in städtischer Umgebung wird oft noch in der Hocke auf kleinen Holzkohle Öfchen gekocht. Aber wenn es um das Smartphone geht, sind zumindest die Leute in städtischer Umgebung dabei; natürlich mit alten, gebrauchten und nicht immer ganz intakten Modellen (falls jemand noch sowas zu Hause in der Schublade hat, nehme ich das gerne mit). Diesen Beitrag weiterlesen »

Eine schöne und unkomplizierte Abwechslung zum Alltag in Bukaya (Jinja District) bietet ein Ausflug zu den Sipi Falls. Diese liegen an den Nordwest- Hängen des erloschenen Riesenvulkans Mount Elgon, eingebettet in eine schöne Berglandschaft in rund 1750 m Höhe im Osten Ugandas. Hier ist die Luft noch klar, die Nächte kühl, weder Hunde noch Priester mit Riesenlautsprechern stören die Nachtruhe.

Die Fahrt mit unserem Driver Aaron führt uns von Bukaya (Jinja District) nach Iganga und von dort aus nach Tororo, Mbale und nach Sipi. Diesen Beitrag weiterlesen »

Zaina hat Zahnweh

Unsere Jahrespraktikantin  des Birungi-Kindergartens Zaina hatte eine geschwollene linke Gesichtsseite. Auf Nachfrage gestand sie mir, schon seit Weihnachten Zahnweh zu haben. Diesen Beitrag weiterlesen »