Ich möchte alle Reisenden bitten, sich nicht ohne kompletten Impfschutz ins Flugzeug zu setzen. In Uganda gibt es Erkrankungen, die es dank jahrzehntelanger Impfungen der Bevölkerung in Deutschland nicht mehr gibt. Ich werde immer wieder gefragt, was ich empfehle. Dazu kann ich nur raten, alles was es bei uns gibt und zusätzlich Gelbfieber und Tollwut.
Wir dürfen nicht vergessen, was passiert, wenn wir uns anstecken und vor Ort Schwangere und kleine Kinder anstecken…wer trägt die Verantwortung für die schrecklichen Folgen, das lebenslange Leiden der Betroffenen und deren Familien?
Woher kommt dann die Fürsorge, der Rollstuhl, die Medizin und und und?
In meinem Kindergarten und in meinem Haus möchte ich keine Menschen ohne Impfungen haben!
Auch unsere Vereinskinder und deren Familien sollen geschützt werden – auch da möchte ich keine ungeimpften Gäste haben!
Danke

Der letzte Baum!
Das Land ist ziemlich abgerodet und die Menschen dringen für ihr Feuerholz immer tiefer in die letzten bestehenden Wälder – besser gesagt Waldüberreste – ein.
Um so mehr trifft es mein Herz, wenn einer der letzten hohen schattenspendenden Bäume gefällt wird und sofort in Bretter gesägt wird: um aus feuchtem Holz Möbel zu bauen, die niemals passend gemacht werden können.
Der Baum: Er wog seine Äste und Blätter im Wind, war schlank und hoch und gesund. Jeden Morgen und jeden Abend kamen Papageien um auf ihm zu pausieren und fröhliches Gezwitscher kam herübergeweht… wie eine Meditation.
In unserem kleinen Vorort von Jinja sind in den letzten 12 Jahren die Bäume verschwunden.

Jeden Morgen sehe ich die Stelle und er fehlt.

Die Menschen in Uganda haben oft .nicht viel, aber sie geben gerne. Und herrliches Obst und Gemüse haben auch viele ärmere Menschen auf ihrem Grundstück. Wenn man Abreisetag gekommen ist, geben sich meine ugandischen Freunde den ganzen Tag bei mir die Klinke in die Hand und bringen körbeweise Mangos, Ananas und Avocados. Natürlich haben die keine Ahnung von Gepäckbeschränkungen im Flugzeug und von den Abfertigungsprozeduren. Wenn ich Glück habe, kommen einige schon am Nachmittag, so dass ich die Geschenke sorgfältig in meinen Koffern verstauen kann. Aber es kann auch sein, dass Freunde ca. ½ Stunde vor meiner nächtlichen Abfahrt mit 3 Kilo noch warmen, gerösteten Nüssen, 4 großen Beuteln dampfenden Sesambällchen und einigen Flaschen Erdnuss-Sauce auf meiner Veranda stehen. Dann muss ich mich natürlich überschwänglich bedanken und einen Weg finden, einen Teil der Sachen unbemerkt zu meinem Koch Stevie in die Küche zu befördern. Das Skurrilste, was ich gelegentlich einpacken muss, sind geröstete Heuschrecken! Allerdings nicht für mich, sondern für eine Freundin, die aus Uganda stammt und sich immer wahnsinnig auf diese seltene Delikatesse freut.

Kleiderspenden für Dritte Welt Länder sind zwar nicht ganz unumstritten, aber sie sind nun mal da und bieten auch vielen Menschen in Uganda die Möglichkeit durch Handel ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb, und weil es auch viele erstaunlich gute und modische Klamotten sind, die auf dem afrikanischen Kontinent ankommen, sollte sich jeder mal den Spaß machen, auf den Second Hand Markt zu gehen. Wie in der beliebten TV Sendung Shopping Queen sollte man aber unbedingt eine Shopping Begleitung mitnehmen, denn es gibt hier weder Umkleidekabinen noch Spiegel. Man zieht die Kleider also einfach über die zum Glück ja fast immer dünnen Klamotten, die man grade trägt. Die Shopping Begleitung kann dann schon Mal durch „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ eine Tendenz anzeigen und dann ein Smartphone Foto schießen, auf dem man sich selbst beurteilen kann. Und übrigens: Vorsicht beim Wühlen in den Kleiderbergen! Es kann schon mal sein, dass sich darin fast unsichtbar eine schlafende oder stillende Frau befindet, was dann zum Erschrecken auf beiden Seiten führt!

Mit 76.000 Einwohnern ist Jinga zwar Ugandas viertgrößte Stadt, aber insgesamt doch sehr beschaulich und die dreckigen Straßen, maroden Gehwege und den Geschäften, auf denen Geier sitzen und auf Fleischabfälle aus der Metzgerei warten doch sehr weit weg von dem Standard, den wir gewohnt sind. Umso erstaunlicher, dass es in Jinga ein lebhaftes – übrigens nicht-touristisches – Nachtleben gibt; mit Clubs am Nil, Live Musik und auch angesagten DJs. Und wie es sich nach einem „anständigen“ Clubabend gehört, muss natürlich auf dem Heimweg noch der Hunger gestillt werden. Und selbst das ist um 3:00 Uhr nachts noch in Jinga möglich. Da bekommt man zu der Zeit noch an einer kleinen Bretterbude Rolex, was man quasi als den ugandischen Burger oder Döner bezeichnen könnte.

Uganda ist ja in vieler Hinsicht „rückständig“. Selbst Menschen, die schon ein Häuschen haben, haben oft noch kein innenliegendes WC mit Spülung, Wäsche wird noch mit der Hand in großen Kübeln gewaschen und auch in städtischer Umgebung wird oft noch in der Hocke auf kleinen Holzkohle Öfchen gekocht. Aber wenn es um das Smartphone geht, sind zumindest die Leute in städtischer Umgebung dabei; natürlich mit alten, gebrauchten und nicht immer ganz intakten Modellen (falls jemand noch sowas zu Hause in der Schublade hat, nehme ich das gerne mit). Diesen Beitrag weiterlesen »

Eine schöne und unkomplizierte Abwechslung zum Alltag in Bukaya (Jinja District) bietet ein Ausflug zu den Sipi Falls. Diese liegen an den Nordwest- Hängen des erloschenen Riesenvulkans Mount Elgon, eingebettet in eine schöne Berglandschaft in rund 1750 m Höhe im Osten Ugandas. Hier ist die Luft noch klar, die Nächte kühl, weder Hunde noch Priester mit Riesenlautsprechern stören die Nachtruhe.

Die Fahrt mit unserem Driver Aaron führt uns von Bukaya (Jinja District) nach Iganga und von dort aus nach Tororo, Mbale und nach Sipi. Diesen Beitrag weiterlesen »

Zaina hat Zahnweh

Unsere Jahrespraktikantin  des Birungi-Kindergartens Zaina hatte eine geschwollene linke Gesichtsseite. Auf Nachfrage gestand sie mir, schon seit Weihnachten Zahnweh zu haben. Diesen Beitrag weiterlesen »

Geht das schon wieder los…

Persönliche Gedanken

Ich stehe mal wieder kurz vor dem Abflug und 12 Wochen Uganda. Wie schon oft wurde ich gefragt, ob ich Deutschland vermisse, ob ich Menschen und Kultur vermisse, unser Essen, unsere Jahreszeiten und unser Klopapier? Diesen Beitrag weiterlesen »

Ich bin seit 10 Jahren in Jinja/ Uganda. Ich lebte zwischen 5 Wochen und 6 Monaten im Jahr direkt am Victoria-See an den Quellen des Nils. Das Wasser liegt direkt vor der Nase, der See öffnet sich und der Nil beginnt zu fließen. Als ich 2007  erstmalig kam, gabe es noch die zuverlässigen Regenzeiten. Wenn es begann, übernahm die Natur den  Rhythmus des Lebens. Diesen Beitrag weiterlesen »