Archiv für die Kategorie „Alltagsleben“

Die Menschen in Uganda haben oft .nicht viel, aber sie geben gerne. Und herrliches Obst und Gemüse haben auch viele ärmere Menschen auf ihrem Grundstück. Wenn man Abreisetag gekommen ist, geben sich meine ugandischen Freunde den ganzen Tag bei mir die Klinke in die Hand und bringen körbeweise Mangos, Ananas und Avocados. Natürlich haben die keine Ahnung von Gepäckbeschränkungen im Flugzeug und von den Abfertigungsprozeduren. Wenn ich Glück habe, kommen einige schon am Nachmittag, so dass ich die Geschenke sorgfältig in meinen Koffern verstauen kann. Aber es kann auch sein, dass Freunde ca. ½ Stunde vor meiner nächtlichen Abfahrt mit 3 Kilo noch warmen, gerösteten Nüssen, 4 großen Beuteln dampfenden Sesambällchen und einigen Flaschen Erdnuss-Sauce auf meiner Veranda stehen. Dann muss ich mich natürlich überschwänglich bedanken und einen Weg finden, einen Teil der Sachen unbemerkt zu meinem Koch Stevie in die Küche zu befördern. Das Skurrilste, was ich gelegentlich einpacken muss, sind geröstete Heuschrecken! Allerdings nicht für mich, sondern für eine Freundin, die aus Uganda stammt und sich immer wahnsinnig auf diese seltene Delikatesse freut.

Kleiderspenden für Dritte Welt Länder sind zwar nicht ganz unumstritten, aber sie sind nun mal da und bieten auch vielen Menschen in Uganda die Möglichkeit durch Handel ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb, und weil es auch viele erstaunlich gute und modische Klamotten sind, die auf dem afrikanischen Kontinent ankommen, sollte sich jeder mal den Spaß machen, auf den Second Hand Markt zu gehen. Wie in der beliebten TV Sendung Shopping Queen sollte man aber unbedingt eine Shopping Begleitung mitnehmen, denn es gibt hier weder Umkleidekabinen noch Spiegel. Man zieht die Kleider also einfach über die zum Glück ja fast immer dünnen Klamotten, die man grade trägt. Die Shopping Begleitung kann dann schon Mal durch „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ eine Tendenz anzeigen und dann ein Smartphone Foto schießen, auf dem man sich selbst beurteilen kann. Und übrigens: Vorsicht beim Wühlen in den Kleiderbergen! Es kann schon mal sein, dass sich darin fast unsichtbar eine schlafende oder stillende Frau befindet, was dann zum Erschrecken auf beiden Seiten führt!

Mit 76.000 Einwohnern ist Jinga zwar Ugandas viertgrößte Stadt, aber insgesamt doch sehr beschaulich und die dreckigen Straßen, maroden Gehwege und den Geschäften, auf denen Geier sitzen und auf Fleischabfälle aus der Metzgerei warten doch sehr weit weg von dem Standard, den wir gewohnt sind. Umso erstaunlicher, dass es in Jinga ein lebhaftes – übrigens nicht-touristisches – Nachtleben gibt; mit Clubs am Nil, Live Musik und auch angesagten DJs. Und wie es sich nach einem „anständigen“ Clubabend gehört, muss natürlich auf dem Heimweg noch der Hunger gestillt werden. Und selbst das ist um 3:00 Uhr nachts noch in Jinga möglich. Da bekommt man zu der Zeit noch an einer kleinen Bretterbude Rolex, was man quasi als den ugandischen Burger oder Döner bezeichnen könnte.

Uganda ist ja in vieler Hinsicht „rückständig“. Selbst Menschen, die schon ein Häuschen haben, haben oft noch kein innenliegendes WC mit Spülung, Wäsche wird noch mit der Hand in großen Kübeln gewaschen und auch in städtischer Umgebung wird oft noch in der Hocke auf kleinen Holzkohle Öfchen gekocht. Aber wenn es um das Smartphone geht, sind zumindest die Leute in städtischer Umgebung dabei; natürlich mit alten, gebrauchten und nicht immer ganz intakten Modellen (falls jemand noch sowas zu Hause in der Schublade hat, nehme ich das gerne mit). Diesen Beitrag weiterlesen »

Zaina hat Zahnweh

Unsere Jahrespraktikantin  des Birungi-Kindergartens Zaina hatte eine geschwollene linke Gesichtsseite. Auf Nachfrage gestand sie mir, schon seit Weihnachten Zahnweh zu haben. Diesen Beitrag weiterlesen »

Freiwillig 30+  Das Birungi- Projekt

Arbeitsplätze +++ Gästehaus +++ Kindergarten

Im September 2016 startete das Birungi-Projekt in Bukaya bei Jinja.

In meinem gemieteten Haus biete ich 3 Gästeräume an mit je 1-2 Betten, ein Doppelzimmer hat ein eigenes Bad. Es gibt einen großen Gemeinschaftsraum und eine Küche, sowie die wundervolle Veranda. Das Haus steht in einem großen Garten mit Orangenbäumen und einem großen Mangobaum vor der Veranda. Diesen Beitrag weiterlesen »

In meiner Nachbarschaft starb ein Österreicher, der mit einer Uganderin verheiratet war und eine Tochter hatte. Der Mann war Künstler und lebte und arbeitete sehr viel Jahre in Uganda.

Als er nach kurzer schwerer Krankheit verstarb, begann die Totenwache, deren Dauer einige Tage und Nächte beanspruchte.

Da es wirklich direkt auf dem Nachbargrundstück war, konnte ich die Gesänge hören und die vielen Besucher sehen, die zum Kondolieren kamen und blieben. Die ganzen Nächte hindurch wurde gesungen und gebetet, aber das Besondere, warum ich diesen Artikel schreibe: Diesen Beitrag weiterlesen »

Schuhe – für Reisende und für Ugander
Ein immer wiederkehrendes Thema ist die Schuhfrage:
Welche Schuhe nehme ich mit?
Kann ich vor Ort Schuhe kaufen?
Was tragen die Menschen vor Ort?


Im Flieger ist es bequem in Sneakers oder gemütlichen Birkis, also leichter Schuhbekleidung, zu reisen. Schnell können sie an- und ausgezogen werden.
Vor Ort sind je nach Jahreszeit Gummistiefel angebracht und Flipflops auf jeden Fall. Für die Frauen, die gerne tanzen gehen, sind ein Paar Tanzschuhe sinnvoll. Wer wandern möchte, kann Trekkingschuhe anziehen oder mitbringen. Diesen Beitrag weiterlesen »

http://www.betterplace.org/p33562

 

Mit diesem länger angelegten Projekt möchte ich durch die Eröffnung eines kleinen Waisenhauses für  Aidswaisen einen Ort gründen:

— An dem die Kinder einen Ort der Sicherheit finden, sich geborgen und beheimatet fühlen können!

— An dem Mitarbeiter langfristig arbeiten können und somit sich und ihre Familie ernähren können!

 

Im Laufe der Jahre habe ich durch meine Arbeit vor Ort ein sehr zuverlässiges Team ausgebildet, dass in unterschiedlichsten Bereichen arbeiten kann:

pädagogische Mitarbeiter, hauswirtschaftliche Mitarbeiter, hausmeisterliche Mitarbeiter

 

Durch den Verlust des Arbeitsplatzes stehen diese Mitarbeiter auf der Straße und ich möchte ihnen neue Hoffnung für die Zukunft geben!

In den Städten ist diese alte Sitte schon etwas gelockerter zu sehen, aber auf dem Land sitzt das Familienoberhaupt traditionell auf einem Stuhl, während alle anderen Familienmitglieder -besonders Frauen und Kinder – auf dem Fußboden auf einer Mukeka (geflochtene, meist bunte Matte) sitzen.

Wenn wir als Ausländer eingeladen sind, ist es höflich auf diese Sitte zu achten. Oft wissen die Ugander aber, dass wir es nicht gewohnt sind, auf dem Boden zu sitzen und je älter eine Frau ist, desto eher wird auch der Weißen ein Hocker angeboten – den Männern sowieso. Diesen Beitrag weiterlesen »