Ich bin seit 10 Jahren in Jinja/ Uganda. Ich lebte zwischen 5 Wochen und 6 Monaten im Jahr direkt am Victoria-See an den Quellen des Nils. Das Wasser liegt direkt vor der Nase, der See öffnet sich und der Nil beginnt zu fließen. Als ich 2007  erstmalig kam, gabe es noch die zuverlässigen Regenzeiten. Wenn es begann, übernahm die Natur den  Rhythmus des Lebens.

Stundenlang schüttete es wie aus Eimern, alle Wege wurden innerhalb kürzester Zeit zu matschigen Rutschbahnen, die weder zu Fuß noch mit dem Bodda geschweige denn mit einem Auto passierbar waren. In Gummiestiefeln konnte ich irgendwann nach dem Regenguss versuchen von hier nach dort zu rutschen. Aber eigentlich blieben die Menschen daheim oder wo auch immer sie sich aufhielten. Ich erinnere mich zu gut an die Zeiten, als ich die Wäscheleine durchs Wohnzimmer gespannt hatte und es Tage zum Trocknen brauchte. An undichte Dächer unter die wir Eimer und Schüsseln stellten, an pitschnass werden bis auf die Haut und frieren mit Zähneklappern. Vorbei!

In meiner Reiseliste auf diesem Blog hatte ich bis vor Kurzem noch unbedingt nötige Gummistiefel stehen (wer zur Regenzeit kam). Aber die Zeiten sind schon längst vorbei. Kontinuität in Sachen Regen gibt es nicht mehr, kein Füllen der Regentanks, kein Füllen aller erdenklichen Gefäße und vor allen Dingen kein Regen mehr auf den Feldern.

Sobald die Menschen glauben, die Regenzeit setzt ein, beginnen sie zu sähen und zu pflanzen. Nach kurzen Regenstunden, die nicht mal mehr eine Woche dauern, stoppt der Regen und die Felder vertrocknen und die Saat geht nicht auf.

Ich kann wirklich bestätigen, dass sich das Klima verändert, es ist offensichtlich, kein gerede und keine Prophezeiungen mehr. Der Klimaandel hat eingesetzt und trifft natürlich zuerst die Ärmsten der Armen.

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