In den Städten ist diese alte Sitte schon etwas gelockerter zu sehen, aber auf dem Land sitzt das Familienoberhaupt traditionell auf einem Stuhl, während alle anderen Familienmitglieder -besonders Frauen und Kinder – auf dem Fußboden auf einer Mukeka (geflochtene, meist bunte Matte) sitzen.

Wenn wir als Ausländer eingeladen sind, ist es höflich auf diese Sitte zu achten. Oft wissen die Ugander aber, dass wir es nicht gewohnt sind, auf dem Boden zu sitzen und je älter eine Frau ist, desto eher wird auch der Weißen ein Hocker angeboten – den Männern sowieso.

Alle anderen Familienangehörigen oder Besucher sitzen auf handgearbeiteten bunten Mukekas, die in sorgfältiger, langer Arbeit von den Frauen hergestellt werden.

Auf den Märkten und zu Hause vor den Hütten kann den Frauen beim Flechten der Mukekas zugesehen werden, wie sie kunstvoll in unterschiedlichen Mustern, Farben und Formen Gestalt annehmen.

Fährt man durchs Land, fallen oft die kleinen runden Holzstühle auf, die überall an den Straßenrändern verkauft werden. Ich habe selbst einige mit nach Deutschland genommen und sie halten schon seit vielen Jahren. Manchmal gibt es sie mit einem passenden Kissen dazu, das Sitzen darauf ist recht bequem und für uns Europäer oft einfacher als immer auf der Mukeka zu sitzen.

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