Uganda ist ja in vieler Hinsicht „rückständig“. Selbst Menschen, die schon ein Häuschen haben, haben oft noch kein innenliegendes WC mit Spülung, Wäsche wird noch mit der Hand in großen Kübeln gewaschen und auch in städtischer Umgebung wird oft noch in der Hocke auf kleinen Holzkohle Öfchen gekocht. Aber wenn es um das Smartphone geht, sind zumindest die Leute in städtischer Umgebung dabei; natürlich mit alten, gebrauchten und nicht immer ganz intakten Modellen (falls jemand noch sowas zu Hause in der Schublade hat, nehme ich das gerne mit). Sogar unsere Oma Margret, die oft im traditionell afrikanischen Gewand mit einem große Obstkorb auf dem Kopf in meinem Garten erscheint, setzt sich dann auf meine Veranda und checkt ihre WhatsApp Nachrichten. Und mein Koch Stevie, der in einem Dorf ohne Strom wohnt, lädt sein Smartphone dort über eine Autobatterie, damit er auch auf seiner Hühnerfarm in der Pampa seinen Facebook Account checken kann. Aber mit dem Smartphone ist er für die Menschen in seinem abgelegen Dorf auch „Das Tor zur Welt“ geworden und versorgt Freunde und Verwandte mit aktuellen Nachrichten oder ermöglicht ihnen gelegentliche WhatsApp Kommunikation mit Verwandten im Ausland.

Und, das Smartphone ist nicht nur Spielerei in Uganda und anderen afrikanischen Ländern. Der afrikanische Kontinent ist ja global führend in Mobile Money Services, also der Bezahlung per SMS über PrePaid Konten, die die Telecom Unternehmen in diesen Ländern anbieten. Das ist icht nur praktisch in Gegenden, in denen der Weg zur Bank eine Tagesreise bedeuten würde, sondern auch hipp im städtischen Umfeld. Da kann man zum Beispiel den Bodha Fahrer seines Vertrauens „anfunken“, ihn zum Einkaufen schicken und ihm das Geld für den Service und die Einkäufe per SMS überweisen, während man vor dem Holzkohleofen hockt und Matoke kocht. Das ist mal wirklich angewandte Digitalisierung!

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