Zuallererst vorneweg: Es ist nicht so, dass in ganz Afrika mit den Fingern gegessen wird oder gegessen werden muss.

Dennoch wird in Uganda gerade auf dem Lande hauptsächlich mit den Fingern gegessen. In den Städten oder bei den Ordensschwestern wird hingegen mit einem Löffel oder einer Gabel gegessen. Auch in allen Einrichtungen, wie Schulen, Werkstätten, Krankenhäusern wird  mit den Fingern gegessen.

Diese Art zu essen kann Spaß machen und es ist zu erlernen. Das Essen passiert bewusster und es wird zu einer sinnlichen Erfahrung.

Wenn Weiße eingeladen sind oder mitessen, wissen die Ugander, dass wir das „mit den Fingern essen“ nicht gewöhnt sind und sie bieten oft einen Löffel an. Wer ausländische Gäste eingeladen hat, leiht rasch beim Nachbarn Besteck aus. Oder ein, zwei Stühle. Oder einen Tisch.

Ein guter Tipp: Wer auf Reisen ist, kann sich sein Besteck in den Rucksack oder die Handtasche stecken und es bei Bedarf nutzen. Das ist gar nicht schlimm und wir können unser Unwissen erklären oder unsere anderen Sitten. In meiner Erfahrung fanden es viele meiner ugandischen Freunde sehr amüsant, wenn ich das „mit den Fingern essen“ nicht so gut hinbekommen habe.

Wir können uns sicher sehr weit anpassen, doch es muss jedem Nicht-Ugander selbst überlassen werden, in wie weit er das kann und möchte. Dieses komplette Verbiegen ist nicht unbedingt sinnvoll und kann viel Stress bedeuten und Freude nehmen.

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