Obwohl ich schon wiederholt die Erfahrungen eines Kulturschocks gemacht habe, passiert es mir bei jeder Rückkehr wieder. Der Kulturschock stellt eine extreme psychische Belastung dar, die aber zu jeder längeren Auslandserfahrung dazu gehört.

Aus meinem Studium weiß ich, dass der Kulturschock in verschiedenen Phasen abläuft. Dabei kann der Eigen- Kultur-Schock mitunter heftiger ausfallen, als der Kulturschock im Ausland.

Der Kopf merkt auch sofort, wann der Kulturschock eintritt, das Herz jedoch ist dem Ganzen völlig ausgeliefert.

Ich schreibe heute über das Auf und Ab der Achterbahn der Gefühle!

Schon Wochen vor der Abreise in Uganda habe ich mich wie verrückt auf zu Hause gefreut.

Ich habe mir ausgemalt…

  • In meinem eigenen Bett zu schlafen auf einer richtigen Matratze
  • Meine Wäsche mit der Maschine zu waschen und anschließend zu bügeln
  •  Pommes- Currywurst- Mayo zu essen
  •   Jeden Adventssonntag ein anderes typisch- deutsches Gericht zu kochen
  •   Wie die Weihnachtszeit mit den Lieben daheim wird

… was kann es Schöneres geben?

Nach der Rückkehr hält das Hochgefühl einige Tage an! Die Freunde kommen zur Begrüßung, das langvermisste Essen wird genossen, die Katzen geknuddelt und dann geht’s bergab…

Schon auf der Autobahn vom Flughafen Richtung Heimat wird klar, dass hier Winter herrscht: die Bäume haben keine Blätter, die Menschen in Deutschland sind nicht zu sehen, ziehen sich in ihre Häuser zurück. Die Straßen sind leer, gleichzeitig ist der Autoverkehr in der Stadt enorm und die Gesichter der Menschen grau und abgehetzt.

Es geht mir nach Jahren des Rückkehrens noch immer so, dass ich zunächst nur Negatives sehe. Diese Stimmung hält auch für einige Wochen an.

Es bessert sich, sobald sich der Alltag wieder eingependelt hat und die Arbeit wieder aufgenommen wird, der Austausch mit Kollegen und liebevollen Freunden möglich ist.

Wer im Winter zurück kommt, muss sicherlich mehr leiden, als Sommerrückkehrer. Es ist immer wieder unfassbar für mich, dass bis jetzt im März kein Blatt an den Bäumen ist und die Natur kahl und tot. Das satte volle Grün Ugandas und blaue Himmel wirken oftmals wie ein zugeklapptes Märchenbuch.

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